Das Aktienkapital ist das Eigenkapital einer Gesellschaft, aufgeteilt in Aktien, wie in ihrer Satzung festgelegt. In den Niederlanden verfügen nur private Gesellschaften mit beschränkter Haftung (BV) und Aktiengesellschaften (NV) über Aktienkapital; Einzelunternehmen und offene Handelsgesellschaften können keine Aktien ausgeben. Die Höhe des Aktienkapitals ist in zweierlei Hinsicht wichtig: Sie zeigt, was die Aktionäre eingebracht haben und welche Ansprüche sie geltend machen können, und sie legt die Grenzen fest, innerhalb derer die Gesellschaft später neue Aktien ausgeben kann.
The rules are in Book 2 of the Dutch Civil Code (BW): Title 4 (from Article 2:64) for the N.V. and Title 5 (from Article 2:175) for the B.V. In practice, the articles of association decide most questions about issuing, paying up and transferring shares.
Welche Unternehmen besitzen Aktienkapital?
Nur eine BV oder eine NV kann Aktien ausgeben. Beide werden durch notarielle Urkunde gegründet und besitzen Rechtspersönlichkeit.
Rechtsfähigkeit bedeutet, dass das Unternehmen selbst Rechte und Pflichten besitzt. Es kann seine Rechte gegenüber Dritten geltend machen, und Gläubiger können ihre Ansprüche gegen das Unternehmen und nicht gegen die dahinterstehenden Personen geltend machen.
Der Besitz von Aktien bietet Ihnen zwei Vorteile. Sie haben Mitspracherecht im Unternehmen, das Sie in der Hauptversammlung ausüben. Und Sie haben Anspruch auf einen Anteil am Gewinn, sobald eine Ausschüttung erfolgt.
Der Hauptunterschied zwischen den beiden Gesellschaftsformen liegt in der Übertragbarkeit. Aktien einer BV sind Namensaktien, und jede Übertragung erfordert eine notarielle Beurkundung. Eine NV kann sowohl Namensaktien als auch Inhaberaktien ausgeben, was die Börsennotierung ermöglicht. Physische Inhaberzertifikate sind in den Niederlanden nicht mehr im Umlauf: Inhaberaktien werden nun über ein Wertpapierdepot verwahrt und nicht mehr als übertragbares Dokument.
Gibt es ein Mindestaktienkapital?
For a B.V. there is no minimum. Since the Flex-B.V. legislation entered into force on 1 October 2012, a private limited company can be incorporated with a nominal capital of one eurocent; the old minimum of €18,000 has gone.
For an N.V. the rules are stricter. Under Article 2:67 of the Dutch Civil Code (BW), the authorised and issued capital must each be at least €45,000, and at least €45,000 of the issued capital must be paid up. At least one-fifth of the authorised capital must be issued. Where shares are paid up in cash on incorporation, a bank statement (bankverklaring) must show that the money is available to the company (Article 2:93a BW).
Aus welchen Bestandteilen besteht das Aktienkapital?
Das Aktienkapital setzt sich aus genehmigtem, ausgegebenem, eingezahltem und eingefordertem Kapital zusammen. Jede dieser Kategorien hat ihre eigene rechtliche Bedeutung.
Autorisiertes Kapital
Das Stammkapital ist der in der Satzung festgelegte Höchstbetrag, für den Aktien ausgegeben werden dürfen. Für eine BV ist dies optional, für eine NV hingegen obligatorisch. Der noch nicht ausgegebene Teil wird im Aktienportfolio gehalten. Durch die Ausgabe von Aktien aus diesem Portfolio kann ein Unternehmen zusätzliches Eigenkapital beschaffen, ohne seine Satzung ändern zu müssen.
Ausgegebenes Kapital
Das ausgegebene Kapital (geplaatst kapitaal) ist der gesamte Nennwert der tatsächlich an die Aktionäre ausgegebenen Aktien. Es erhöht sich bei der Ausgabe neuer Aktien, auch bei der Ausschüttung einer Aktiendividende.
Aktien können zum Nennwert oder darüber, jedoch nicht darunter ausgegeben werden. Artikel 2:80 BW für die NV und Artikel 2:191 BW für die BV schreiben vor, dass der Nennbetrag auf jede Aktie gezahlt wird. Bei einer Ausgabe über dem Nennwert wird eine Kapitalrücklage für die Differenz gebildet. Diese Rücklage ist Eigenkapital, gehört aber nicht zum nominalen Aktienkapital.
Gezeichnetes und eingefordertes Kapital
Das eingezahlte Kapital (gestort kapitaal) ist der Teil des ausgegebenen Kapitals, für den die Gesellschaft tatsächlich Zahlungen erhalten hat. Die Satzung oder die Emissionsbedingungen können die spätere Zahlung eines Teils des Nennbetrags vorsehen; bei einer NV beträgt dieser Teil höchstens drei Viertel des Nennbetrags (Artikel 2:80 BW).
Sind die Aktien nicht vollständig eingezahlt, behält sich das Unternehmen einen Anspruch auf den Restbetrag gegenüber dem Aktionär vor. Sobald das Unternehmen die Zahlung einfordert, gilt dieser Betrag als eingefordertes Kapital und der Anspruch kann geltend gemacht werden. Ein Aktionär kann nicht von der Zahlungspflicht befreit werden und diese auch nicht mit eigenen Forderungen gegenüber dem Unternehmen verrechnen. Aktionäre eines Unternehmens, das in Insolvenz gerät, bemerken dies oft erst spät: Ein Insolvenzverwalter kann das ausstehende Kapital einziehen.
Wie kann die Übertragung von Aktien eingeschränkt werden?
Durch eine Sperrklausel in der Satzung. Ihr Zweck ist es, zu verhindern, dass die anderen Gesellschafter plötzlich mit einem Fremden Geschäfte machen müssen.
Es gibt zwei Formen. Bei einem Angebotsangebot muss ein Aktionär die Aktien zunächst den anderen Aktionären anbieten und darf sie erst an einen Dritten verkaufen, wenn diese abgelehnt haben. Bei einer Zustimmungsregelung bedarf die beabsichtigte Übertragung der vorherigen Zustimmung eines Unternehmensorgans, beispielsweise der Hauptversammlung.
Für die BV sieht Artikel 2:195 BW standardmäßig ein Angebotsverfahren vor: Der Gesellschafter muss den Mitgesellschaftern die Aktien im Verhältnis ihrer Anteile anbieten, sofern die Satzung nichts anderes bestimmt. Seit der Flex-BV-Gesetzgebung kann die Satzung von dieser Regelung abweichen und sogar jegliche Beschränkung ausschließen. Für die NV schreibt das Gesetz keine solche Regelung vor, die Satzung kann jedoch eine solche für Namensaktien vorsehen. Inhaberaktien sind von Natur aus frei handelbar.
In welchem Verhältnis stehen Aktienkapital, Eigenkapital und Unternehmenswert?
Das Aktienkapital ist nur ein Teil des Eigenkapitals, und keines von beiden gibt Aufschluss über den Wert des Unternehmens bei einem Verkauf. Die Vermischung dieser Konzepte führt zu Problemen bei Verhandlungen.
Das Eigenkapital entspricht dem Wert der Vermögenswerte eines Unternehmens abzüglich seiner Verbindlichkeiten; darin enthalten sind das Aktienkapital sowie Rücklagen wie die Kapitalrücklage. Der Unternehmenswert ist der operative Wert des Unternehmens, unabhängig von seiner Finanzierung. Der Eigenkapitalwert ist der Betrag, den der Verkäufer tatsächlich für die Aktien erhält: der Unternehmenswert abzüglich der Nettoverzinsung.
Auch das Aktienkapital gibt keinen Aufschluss über den Wert einer Aktie. Der Nennwert ist der in der Satzung festgelegte Wert. Der Marktwert entspricht dem Preis, den ein Käufer zu zahlen bereit ist, und bei börsennotierten Unternehmen richtet er sich nach Angebot und Nachfrage an der Börse. In den Niederlanden wird für die Börsennotierung die Abkürzung NV und nicht BV verwendet.
Wo entstehen Streitigkeiten über das Aktienkapital üblicherweise?
Meist geht es nicht um die Zahlen, sondern um die Satzung. Man denke an ein Übernahmeangebot, das niemand vor der Unterzeichnung des Term Sheets gelesen hat, an eine Kapitalerhöhung, die die Anteile eines bestehenden Aktionärs verwässert, oder an eine Kapitalabrufung zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.
Das Lesen der Satzung und der Gesellschaftervereinbarung vor einer Investition, einem Verkauf oder der Ausgabe von Aktien vermeidet die meisten dieser Probleme. Unser Leitfaden zum niederländischen Handelsregister erklärt, welche Informationen über ein Unternehmen öffentlich einsehbar sind und wo diese Informationen zu finden sind.
Was sollten Sie als Aktionär oder Investor überprüfen?
- The articles of association: authorised capital, share classes and any blocking arrangement under Article 2:195 BW.
- Whether your shares are fully paid up, or whether the company can still call for payment of the remainder.
- Whether you have pre-emptive rights on a new issue, so your stake is not diluted.
- The shareholders’ agreement, for rules on transfer, drag-along and tag-along that go beyond the articles.
- The trade register extract at the Chamber of Commerce (KvK), to confirm the issued capital and the directors.
Was sollten Sie als Gründer oder Geschäftsführer überprüfen?
- Whether the capital at incorporation is realistic for your banks, landlords and suppliers, even though one eurocent is legally enough for a B.V.
- That every share issue in a B.V. is made by notarial deed (Article 2:196 BW) and recorded in the shareholders’ register.
- For an N.V.: the €45,000 minimum and the bank statement required under Article 2:93a BW.
- Before approving a dividend, whether the company can keep paying its due debts, because Article 2:216 BW makes directors liable for the shortfall.
- That share premium and other reserves are booked separately from the nominal share capital.
What can we do for you with share capital?
Unsere Unternehmensanwälte advise founders, shareholders and investors on the capital structure of a B.V. or N.V. We can:
- review the articles of association and the shareholders’ agreement before you invest, sell or issue shares;
- draft a blocking arrangement or share classes that fit your company;
- prepare a share issue or transfer and coordinate the notarial deed with the civil-law notary;
- assess whether a planned dividend meets the distribution test of Article 2:216 BW;
- advise a shareholder on dilution, unpaid capital or a call by the company or a liquidator.
Zusammenfassung
- Nur eine BV und eine NV verfügen über ein Aktienkapital; eine BV kann mit einem Eurocent gegründet werden.
- Eine NV benötigt mindestens 45,000 € an genehmigtem, ausgegebenem und eingezahltem Kapital (Artikel 2:67 BW).
- Aktien dürfen nicht unter ihrem Nennwert ausgegeben werden; nicht eingezahltes Kapital bleibt eine Forderung des Unternehmens gegenüber dem Aktionär.
- Bei einer BV gilt standardmäßig eine Angebotsregelung (Artikel 2:195 BW), sofern die Satzung nichts anderes vorsieht.
- Aktienkapital ist nicht dasselbe wie Eigenkapital, Unternehmenswert oder der Marktwert einer Aktie.
Häufig gestellte Fragen
Ist das Aktienkapital eine Verschuldung des Unternehmens?
No. Share capital appears on the liabilities side of the balance sheet, but it is equity, not borrowed money. The company owes shareholders no repayment, and in a liquidation they rank behind all creditors.
Kann eine BV tatsächlich mit nur einem Eurocent Kapital gegründet werden?
Legally, yes, since 1 October 2012. Banks, landlords and larger counterparties still look at the actual financial position, and directors of an undercapitalised company run a greater risk of personal liability if it cannot meet its obligations.
Hat ein Aktionär Anspruch auf eine Dividende?
Not automatically. In a B.V. the general meeting decides on the profit, only to the extent that equity exceeds the reserves required by law or the articles (Article 2:216 BW). The board must refuse approval if it foresees that the company cannot keep paying its due debts, and directors who approve anyway can be held liable for the shortfall.