Tequila-Konflikt

Tequila-Konflikt

Heineken gewinnt Tequila-Streit in bahnbrechendem Gerichtsverfahren

Eine bekannte Klage von 2019 [1]: Die mexikanische Regulierungsbehörde CRT (Consejo Regulador de Tequila) hatte eine Klage gegen Heineken eingereicht, weil das Wort Tequila auf seinen Desperados-Flaschen erwähnt wurde. Desperados gehört zu Heinekens ausgewählter Gruppe internationaler Marken und ist laut der Brauerei ein „Bier mit Tequila-Geschmack“. Desperados wird in Mexiko nicht vermarktet, wird aber in den Niederlanden, Spanien, Deutschland, Frankreich, Polen und anderen Ländern verkauft.

Laut Heineken enthält ihr Aroma den richtigen Tequila, den sie von den mexikanischen Lieferanten kaufen, die Mitglieder des CRT sind. Sie stellen auch sicher, dass das Produkt alle Regeln und Anforderungen für die Kennzeichnung erfüllt. Laut CRT verstößt Heineken jedoch gegen die Regeln, die den Namen lokaler Produkte schützen sollen. CRT ist überzeugt, dass Heinekens Tequila-Bier Desperados dem guten Ruf des Tequilas schadet.

Tequila-Konflikt

Geschmacksverstärker

Laut CRT-Direktor Ramon Gonzalez behauptet Heineken, dass 75 Prozent des Geschmacks Tequila seien, doch Untersuchungen von CRT und einem Gesundheitszentrum in Madrid deuten darauf hin, dass Desperados keinen Tequila enthält. Das Problem scheint in der Menge der dem Bier zugesetzten Geschmacksverstärker und dem dafür verwendeten Rezept zu liegen. CRT gibt in diesem Verfahren an, dass das Produkt Desperados nicht den mexikanischen Vorschriften entspricht, die für alle Produkte mit Tequila gelten.

Tequila ist ein geschützter geographischer Name, was bedeutet, dass nur Tequila, der von in Mexiko zertifizierten Unternehmen hergestellt wird, den Namen Tequila tragen darf. So müssen beispielsweise die bei der Destillation verwendeten Agaven aus einem speziell ausgewählten Gebiet in Mexiko stammen. Außerdem muss ein Mixgetränk zu 25 bis 51 Prozent aus Tequila bestehen, damit der Name auf dem Etikett stehen darf. CRT ist unter anderem der Ansicht, dass die Verbraucher dadurch in die Irre geführt werden, weil Heineken den Eindruck erwecken würde, dass mehr Tequila im Bier sei, als tatsächlich vorhanden ist.

Es ist bemerkenswert, dass CRT so lange gewartet hat, um Maßnahmen zu ergreifen. Desperados ist seit 1996 auf dem Markt. Grund dafür waren laut Gonzalez die Prozesskosten, da es sich um einen internationalen Fall handelt.

Verification

Das Gericht entschied, dass, obwohl das Wort „Tequila“ prominent auf der Vorderseite der Verpackung und in der Werbung für Desperados erscheint, die Verbraucher dennoch verstehen werden, dass Tequila in Desperados ausschließlich als Gewürz verwendet wird und dass der Tequila-Anteil gering ist. Die Behauptung, dass das Produkt Tequila enthält, ist laut Gericht richtig. Tatsächlich stammt auch der Tequila, der Desperados zugesetzt wurde, von einem von CRT zugelassenen Hersteller.

Auch wird der Verbraucher nicht irregeführt, denn das Etikett auf der Rückseite der Flasche besagt, dass es sich um „mit Tequila aromatisiertes Bier“ handelt, so das Bezirksgericht. Es bleibt jedoch unklar, wie viel Prozent Tequila in Desperados enthalten sind. Aus dem Urteil des Gerichts geht hervor, dass CRT unklar gemacht hat, dass Tequila nicht in ausreichender Menge verwendet wird, um dem Getränk eine wesentliche Eigenschaft zu verleihen. Dies ist eine entscheidende Frage, um festzustellen, ob eine Angabe zulässig ist oder ob sie als irreführend angesehen wird.

Fazit

Im Urteil vom 15. Mai 2019, ECLI:NL:RBAMS:2019:3564, hat das Bezirksgericht von Amsterdam kam zu dem Schluss, dass die Forderungen von CRT nicht auf einer der von CRT festgelegten Grundlagen abtretbar seien. Die Ansprüche wurden zurückgewiesen. Infolge dieses Ergebnisses wurde CRT zur Zahlung der Anwaltskosten von Heineken verurteilt. Obwohl Heineken diesen Fall gewonnen hat, wurde die Etikettierung auf Desperado-Flaschen angepasst. Das fett gedruckte „Tequila“ auf der Vorderseite des Etiketts wurde durch „Flavoured with Tequila“ ersetzt.

Zum Schluss

Wenn Sie feststellen, dass jemand anderes Ihre Marke verwendet oder registriert hat, müssen Sie Maßnahmen ergreifen. Die Erfolgsaussichten sinken, je länger Sie mit dem Handeln warten. Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten, wenden Sie sich bitte an Kontaktieren Sie unsWir haben das Recht Anwälte die Sie beraten und unterstützen können. Sie können an Unterstützung im Falle einer Markenverletzung, beim Aufsetzen eines Lizenzvertrags, einer Übertragungsurkunde oder bei der Wahl eines Namens und/oder Logos für eine Marke denken.

[1] Gericht von Amsterdam, 15 Mai 2019

ECLI:NL:RBAMS:2019:3564

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