Kündigung eines Vertrags: So geht's richtig

Vertrag kündigen: So geht's richtig

Einen Vertrag richtig kündigen. Es mag wie eine Formalität klingen, aber in der Praxis ist es viel mehr als nur eine kurze Nachricht. Es geht darum, Ihre Rechte und die Bedingungen zu kennen, innerhalb derer Sie handeln. Eine ordnungsgemäße Kündigung kann Ihnen viel Ärger, unerwartete Kosten und rechtliche Probleme ersparen.

Kündigung eines Vertrags: Wichtige Schritte bei befristeten und unbefristeten Verträgen

eine Person, die ein Stück Papier hält
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Bevor Sie überhaupt eine E-Mail schreiben, ist der erste und wichtigste Schritt, Ihren aktuellen Vertrag genau zu prüfen. Kein Vertrag ist wie der andere, und wie Sie ihn kündigen können, hängt ganz von den damals getroffenen Vereinbarungen ab. Lesen Sie daher unbedingt das Kleingedruckte.

Diese Bedingungen, oft versteckt in den Allgemeinen Geschäftsbedingungen, sind im Grunde Ihr Fahrplan. Sie enthalten die spezifischen Regeln der anderen Partei für die Beendigung des Vertrags. Achten Sie besonders auf Klauseln über Kündigungsfristen und der erforderliche Form von Kündigung. Muss diese schriftlich per Einschreiben erfolgen oder reicht eine E-Mail?

Befristeter oder unbefristeter Vertrag

Ein entscheidender Unterschied liegt in der Art Ihres Vertrags. Diese bestimmt maßgeblich Ihre Flexibilität.

  • Unbefristeter Vertrag: Es handelt sich um einen unbefristeten Vertrag, wie zum Beispiel einen Telefonvertrag oder einen Arbeitsvertrag. Diese können Sie in der Regel kündigen, solange Sie die vereinbarte Kündigungsfrist einhalten.
  • Befristeter Vertrag: Dieser Vertrag hat ein klares Start- und Enddatum. Denken Sie beispielsweise an ein einjähriges Fitnessstudio-Abo oder einen sechsmonatigen Projektvertrag. Grundsätzlich sind Sie bis zum Enddatum daran gebunden, es sei denn, die Vereinbarung sieht ausdrücklich eine vorzeitige Kündigungsmöglichkeit vor.

Ein praktisches Beispiel: Sie haben einen Jahresvertrag bei einem Streaming-Dienst. Nach sieben Monaten möchten Sie ihn kündigen. Enthält der Vertrag keine Kündigungsklausel, sind Sie vertraglich verpflichtet, bis zum Jahresende weiterzuzahlen.

Kündigung, Auflösung oder einvernehmliche Lösung?

Die Begriffe mögen ähnlich erscheinen, doch rechtlich gibt es große Unterschiede in Bedeutung und Konsequenzen. Es ist wichtig, den richtigen Weg für Ihre individuelle Situation zu wählen.

Ein häufiger Fehler ist die Absicht, einen Vertrag zu kündigen, weil die Gegenpartei ihre Vereinbarungen nicht einhält. In einem solchen Fall ist die Kündigung oft der richtige rechtliche Schritt, der jedoch ganz andere Rechte und Pflichten mit sich bringt.

Lassen Sie uns kurz die drei wichtigsten Methoden auflisten:

  • Kündigung: Dies ist eine einseitige Kündigung eines laufenden Vertrags. Sie müssen keinen Grund angeben, solange Sie die Kündigungsfrist einhalten. Einfach und effektiv für laufende Verträge.
  • Rücktritt: Dies geschieht, wenn die andere Partei ihren Verpflichtungen nicht nachkommt, auch bekannt als VertragsbruchEin klassisches Beispiel ist, dass ein Lieferant die bestellte Ware nicht liefert. Die Auflösung kann oft rückwirkend erfolgen, was bedeutet, dass bereits geleistete Arbeit zunichte gemacht wird.
  • Einvernehmliche Kündigung: Hier einigen sich beide Parteien auf die Beendigung des Vertrags. Dies ist oft die pragmatischste Lösung, insbesondere bei befristeten Verträgen, die Sie ohnehin vorzeitig beenden möchten. Angenommen, Sie haben einen einjährigen Freelance-Auftrag, aber das Projekt ist nach acht Monaten abgeschlossen. Gemeinsam können Sie entscheiden, den Vertrag zu beenden. Stellen Sie sicher, dass Sie immer setzen fehlen uns die Worte. schriftlich in eine sogenannte Aufhebungsvereinbarung, um Missverständnisse zu vermeiden.

Richtige Kündigungsfrist und Formvorschriften ermitteln

Einer der häufigsten Fehler bei der Vertragskündigung? Die Kündigungsfrist zu versäumen. Diese klassische Falle führt oft zu einer ungewollten und kostspieligen stillschweigenden Vertragsverlängerung. Die Wahl der richtigen Laufzeit ist daher entscheidend für eine erfolgreiche Kündigung.

Der erste Ort, an dem Sie suchen sollten, ist immer Ihr Vertrag und seine Allgemeinen Geschäftsbedingungen. Diese enthalten mit ziemlicher Sicherheit eine spezifische Klausel zur Kündigungsfrist und den Kündigungsmodalitäten. Finden Sie hier nichts Passendes? Dann können Sie auf gesetzliche Regelungen oder einen Tarifvertrag zurückgreifen.

Wo finde ich die Kündigungsfrist?

Die Suche nach der richtigen Vertragslaufzeit beginnt an der Quelle. Je nach Vertragsart müssen Sie an mehreren Stellen suchen.

  • Der Vertrag selbst: Die meisten Verträge, wie etwa Mietverträge oder Dienstleistungsverträge, enthalten einen spezifischen Artikel zu Laufzeit und Kündigung.
  • Allgemeine Geschäftsbedingungen: Manchmal wird auf das „Kleingedruckte“ verwiesen. Lesen Sie dieses sorgfältig durch, da es oft Einzelheiten zum Kündigungsverfahren enthält.
  • Der Kollektivvertrag (Tarifvertrag): Insbesondere bei Arbeitsverträgen kann ein Tarifvertrag eine andere, oft längere Kündigungsfrist vorschreiben als die gesetzliche Regel.
  • Die Rechtswesen: Wenn nichts vertraglich geregelt ist, gilt die gesetzliche Kündigungsfrist. Bei einem Arbeitsvertrag beträgt diese in der Regel ein bis vier MonateWeitere Informationen zur Kündigung eines Arbeitsvertrages finden Sie auf der Website der Zentralregierung.

Um Ihnen einen Überblick über die üblichen Bedingungen zu geben, haben wir eine Übersicht erstellt. Bitte beachten Sie, dass es sich hierbei um Standardbedingungen handelt; Ihr eigener Vertrag ist immer maßgebend.

Regelkündigungsfristen je Vertragsart

Eine Übersicht über die üblichen gesetzlichen und vertraglichen Kündigungsfristen für verschiedene Vertragsarten in den Niederlanden.

Art der VereinbarungÜbliche Kündigungsfrist (Arbeitnehmer/Verbraucher)Übliche Kündigungsfrist (Arbeitgeber/Lieferant)Wo kann man nachsehen
Arbeitsvertrag1 Monat (rechtlich)1 zu 4 Monate (abhängig von der Dauer der Betriebszugehörigkeit)Vertrag, Kollektivvertrag, Bürgerliches Gesetzbuch (Buch 7)
Mietvertrag (Wohnung)1 Zahlungsperiode (normalerweise 1 Monat)3 zu 6 Monate (mit Rechtsgrundlage)Mietvertrag, Bürgerliches Gesetzbuch (Buch 7)
Geschäftsdienstleistungsvertrag (B2B)Vertraglich definiertVertraglich definiertVereinbarung, Allgemeine Geschäftsbedingungen
Verbraucherabonnement1 Monat (nach der ersten Vertragslaufzeit)1 Monat (nach der ersten Vertragslaufzeit)Allgemeine Geschäftsbedingungen, Staudammgesetz
VersicherungGewöhnlich 1 MonatGewöhnlich 1 MonatVersicherungsbedingungen

Diese Tabelle dient als Richtlinie. Überprüfen Sie immer die spezifischen Dokumente, die auf Ihre Situation zutreffen, um sicherzugehen, dass der richtige Begriff verwendet wird.

Die Form Ihrer Mitteilung

Neben der Frist gibt es auch Formvorschriften. Soll die Kündigung per Post erfolgen oder reicht eine E-Mail? Eine E-Mail ist zwar oft zulässig, bietet aber nicht immer die nötige Sicherheit.

Nehmen wir folgendes praktisches Beispiel: Sie kündigen Ihr Fitnessstudio-Abo per E-Mail, doch das Fitnessstudio behauptet, die E-Mail nie erhalten zu haben. Ohne Beleg sind Sie rechtlich angreifbar. Die Lastschriften laufen weiter, und die Beweislast liegt bei Ihnen.

Tipp aus der Praxis: Wählen Sie immer eine Methode, die Ihnen sowohl den Versand als auch den Empfang nachweist. Ein Einschreiben ist die sicherste Option, da die Unterschrift des Empfängers als unwiderlegbarer Beweis dient.

Eine digitale Einschreiben-E-Mail ist eine moderne Alternative, die auch rechtlichen Beweiswert bietet. Was auch immer Sie wählen, fragen Sie ausdrücklich nach schriftliche Empfangsbestätigung und das endgültige Vertragsende in Ihrer Kündigung.

Diese einfache Anfrage kann viele Diskussionen im Nachhinein verhindern. Erhalten Sie innerhalb von ein oder zwei Wochen keine Antwort? Dann senden Sie eine Erinnerung. So bauen Sie eine aussagekräftige Akte auf und zeigen, dass Sie proaktiv handeln.

Ein wasserdichtes Kündigungsschreiben verfassen

Ein klares und eindeutiges Kündigungsschreiben schützt Sie vor Missverständnissen und Diskussionen im Nachhinein. Ob per E-Mail oder klassischem Brief – Struktur und Inhalt sind entscheidend für die Wirksamkeit. Das Ziel ist einfach: Lassen Sie keinen Raum für Interpretationen.

Die Grundlage einer überzeugenden Mitteilung bildet die Adressierung. Achten Sie darauf, den vollständigen und korrekten Namen der Gegenpartei zu verwenden. Achten Sie auch auf die korrekte Abteilungszugehörigkeit, z. B. „Kundendienst“ oder „Kreditorenbuchhaltung“, sowie auf die Filialadresse. Dieses kleine Detail verhindert, dass Ihr Brief intern verloren geht und wertvolle Zeit verschwendet wird.

Wesentliche Elemente Ihrer Mitteilung

Um Ihre Mitteilung rechtlich schlüssig und vor allem klar zu gestalten, müssen Sie bestimmte feste Elemente angeben. Das Fehlen eines dieser Elemente kann in der Praxis zu Verzögerungen oder im schlimmsten Fall zu einer ungültigen Mitteilung führen. Stellen Sie daher sicher, dass Sie immer die folgenden Informationen angeben:

  • Ihre vollständigen Angaben: Name, Adresse, Postleitzahl und Ort.
  • Die Angaben zum Empfänger: Der korrekte Name und die Adresse des Unternehmens oder der Person.
  • Eine klare Betreffzeile: Beispielsweise „Betreff: Kündigung des Vertrages [Vertragsname] mit der Vertragsnummer [Nummer]“. So erkennt der Empfänger sofort, worum es geht.
  • Relevante Vertragsdetails: Vergessen Sie nie, Ihre Kundennummer, Vertragsnummer oder Versicherungsnummer anzugeben. So kann der Empfänger Ihre Akte schneller finden.
  • Die ausdrückliche Widerrufserklärung: Seien Sie direkt und klar. Verwenden Sie einen Satz wie: „Hiermit kündige ich mein [Typ]-Abonnement mit der Vertragsnummer [Nummer] zum [Datum].“
  • Hinweis zur Kündigungsfrist: Geben Sie das Datum Ihrer Kündigung unter Berücksichtigung der geltenden Kündigungsfrist an. Beispiel: „…vorbehaltlich der vertraglichen Kündigungsfrist von 1 Monat"

Durch die Einhaltung dieser Struktur weiß der Empfänger genau, was Ihre Absicht ist und verfügt über alle Informationen, die er zur Bearbeitung des Stornierung korrekt.

Muster-Kündigungsschreiben

Nachfolgend finden Sie ein praktisches Beispiel, das Sie sofort an Ihre eigene Situation anpassen können. Dieses Format eignet sich sowohl für eine E-Mail als auch für einen Brief.

[Ihr Vorname Nachname]
[Ihre Straße und Hausnummer]
[Ihre Postleitzahl und Stadt]
[Ihre E-Mail-Adresse]
[Ihre Telefonnummer]

[Name des Unternehmens/der Organisation]
Attn: Management / Kundendienstabteilung
[Straßen- und Hausnummerngesellschaft]
[Postleitzahl und Ort der Firma]

Betreff: Kündigung mit Vertragsnummer [Ihre Vertrags- bzw. Kundennummer].

[Ort], [Datum]

Sehr geehrter Herr / Frau,

Mit diesem Schreiben kündige ich meinen Vertrag mit der Vertragsnummer [Ihre Vertrags- bzw. Kundennummer]. Ich kündige unter Einhaltung der geltenden Kündigungsfrist zum nächstmöglichen Termin.

Ich bitte Sie, mir eine schriftliche Bestätigung dieser Kündigung mit Angabe des endgültigen Enddatums des Vertrags zuzusenden. Ich möchte diese Bestätigung innerhalb von 14 Tagen..

Ich fordere Sie außerdem auf, jegliche Lastschriftzahlungen zum Vertragsende einzustellen und meine personenbezogenen Daten gemäß der AVG-Gesetzgebung aus Ihren Systemen zu entfernen.

Ich hoffe, Sie ausreichend informiert zu haben.

Mit freundlichen Grüßen,

[Unterschrift (bei einem physischen Brief)]

[Ihr Vorname Nachname]

Immer um Bestätigung bitten

Der vielleicht wichtigste Satz im obigen Beispiel ist die Bitte um eine schriftliche Bestätigung. Diese ist Ihr Nachweis. Sie zeigt, dass Ihre Kündigung nicht nur abgeschickt, sondern auch tatsächlich empfangen und bearbeitet wurde.

Ohne diese Bestätigung hängst du in der Schwebe. Du erhältst nach ein bis zwei Wochen immer noch keine Antwort? Dann sei proaktiv. Melde dich selbst und schicke eine Erinnerung. Das verhindert spätere böse Überraschungen und sorgt für eine schlüssige Akte.

Wann muss ein Vertrag gekündigt werden?

ein Hammer und ein Papier auf einer Waage
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Manchmal ist eine einfache Kündigung eines Vertrags nicht der richtige Weg, insbesondere wenn die andere Partei die Vereinbarungen nicht erfüllt. In einer solchen Situation spricht man nicht von Kündigung, sondern von Auflösung. Dies ist ein wirksames Rechtsmittel, das Sie nutzen können, wenn Vertragsbruch.

Verzug mag zwar lästig klingen, bedeutet aber nichts anderes, als dass eine Partei die vertraglichen Vereinbarungen nicht, nicht rechtzeitig oder nicht ordnungsgemäß erfüllt. Bevor Sie diesen Schritt jedoch unternehmen können, ist fast immer ein entscheidender Zwischenschritt erforderlich: die Mahnung.

Die Rolle der Mahnung

A förmliche Inverzugsetzung ist im Grunde eine formelle, schriftliche Mahnung. Sie setzen der säumigen Partei eine letzte, angemessene Frist, um die Vereinbarung noch zu erfüllen. Erst wenn diese Frist verstrichen ist und nichts passiert, ist die andere Partei offiziell „in Verzug“. Ab dann haben Sie das Recht, den Vertrag aufzulösen.

Angenommen, Sie haben einen Webdesigner beauftragt. Der Abgabetermin für Ihre neue Website war der 1. April. Heute ist der 15. April, die Website ist noch nicht fertig und der Designer antwortet kaum auf Ihre E-Mails. Was nun?

  • Falscher Ansatz: Senden Sie eine wütende E-Mail mit dem Inhalt „Ich löse unseren Vertrag auf“. Das ist rechtlich viel zu kurz gegriffen und könnte Sie später in Schwierigkeiten bringen.
  • Richtige Vorgehensweise: Senden Sie einen eingeschriebenen Brief. Darin geben Sie dem Designer eine endgültige Frist von beispielsweise 14 Tagen. die Website funktionsfähig zu liefern. Sie erklären ausdrücklich, dass Sie den Vertrag kündigen, wenn die Frist erneut überschritten wird.

Es ist ein hartnäckiges Missverständnis, dass man für eine Auflösung immer vor Gericht gehen muss. Glücklicherweise stimmt das nicht. Das Gesetz erlaubt es Ihnen, einen Vertrag außergerichtlich – also ohne Gerichtsverfahren – durch eine schriftliche Erklärung aufzulösen. Ein (eingeschriebener) Brief oder eine E-Mail reicht hierfür aus.

Welche Folgen hat die Auflösung?

Die wirksame Auflösung eines Vertrags hat schwerwiegende Folgen. Das Hauptziel besteht darin, beide Parteien wieder in die Situation vor dem Vertrag zu bringen. Dies nennt man Aufhebungsverpflichtung.

Konkret bedeutet dies in unserem Beispiel:

  • Der Webdesigner muss die Website nicht mehr fertigstellen und ausliefern.
  • Sie müssen den vereinbarten Preis nicht mehr bezahlen.
  • Haben Sie bereits eine Anzahlung geleistet? Dann muss der Designer diese vollständig zurückerstatten.

Neben dieser Rückgängigmachung haben Sie möglicherweise auch Anspruch auf Schadensersatz. Wenn Sie beispielsweise nachweislich Umsatzeinbußen erlitten haben, weil Ihre Website nicht rechtzeitig online war, können Sie versuchen, diesen Schaden vom Webdesigner einzufordern. Die im Staatsanzeiger veröffentlichten Vorschriften bestätigen, dass die Parteien im Falle eines Verzugs den Vertrag schriftlich auflösen können, sofern der Verzug schwerwiegend genug ist und der Schuldner in Verzug ist. Weitere Informationen dazu finden Sie hier. Besondere gesetzliche Bestimmungen direkt. Es ist wichtig, diesen Prozess – vom Zahlungsausfall bis zur Auflösung – zu verstehen, um Ihr Recht zu bekommen, wenn eine Partnerschaft in die falsche Richtung geht.

Fallstricke bei Geschäfts- und Regierungsverträgen

Die Kündigung eines Geschäftsvertrags oder eines Vertrags mit der Regierung unterscheidet sich von der Kündigung Ihres Fitnessstudio-Abonnements. Hier haben Sie es mit spezifischen Branchenbedingungen oder rechtlichen Rahmenbedingungen zu tun, die, wenn sie nicht sorgfältig beachtet werden, erhebliche finanzielle und rechtliche Folgen haben können. Ein zu schnelles oder unüberlegtes Vorgehen kann Sie als Unternehmer teuer zu stehen kommen.

Diese Verträge sind selten ein Standard-A4-Blatt. Sie enthalten oft komplexe Klauseln zu geistigem Eigentum, Vertraulichkeit und Haftung, die über das Ablaufdatum hinaus gelten. Ein häufiger Irrtum ist die Annahme, dass mit der Bezahlung der letzten Rechnung alle Verpflichtungen entfallen.

Finanzielle Verpflichtungen nach der Kündigung

Im Gegensatz zu einem einfachen Verbrauchervertrag Kündigung eines Geschäftsvertrags kann eine Verpflichtung zur Vergütung von mehr als nur der bereits erbrachten Leistung begründen. Insbesondere bei langfristigen Verträgen muss berücksichtigt werden, dass der Lieferant bereits im Vorfeld zukünftiger Kosten entstanden ist.

Stellen Sie sich vor: Sie haben einen Softwareentwickler beauftragt, der für Ihr Projekt spezifische, teure Lizenzen erworben hat. Oder eine Marketingagentur, die bereits Medien für Kampagnen in den kommenden Monaten eingekauft hat. Kündigen Sie den Vertrag, müssen Sie diese bereits angefallenen Kosten wahrscheinlich zurückzahlen, auch wenn Sie das fertige Produkt noch nicht besitzen. Dieses Prinzip dient dem Schutz der Investitionen des Dienstleisters.

Ein entscheidender Punkt bei einer Kündigung ist, dass die finanzielle Bilanz oft über das vertraglich vereinbarte Enddatum hinausgeht. Stellen Sie sich auf eine Abrechnung bereits entstandener Kosten und übernommener Verpflichtungen des Lieferanten ein, da Sie von der Fortsetzung der Zusammenarbeit abhängig sind.

Öffentliche Aufträge und Ausschreibungen

Machen Sie Geschäfte mit der Regierung? Dann gelten ganz andere Spielregeln. Viele Dienstleistungsverträge unterliegen den Allgemeinen Regierungsbedingungen für die Erbringung von Dienstleistungsverträgen, besser bekannt als ARVODI. Diese Bedingungen regeln den Kündigungsprozess detailliert.

Bei der Kündigung eines Dienstleistungsvertrags nach ARVODI-2025 muss der Auftraggeber beispielsweise eine angemessene Vergütung für bereits erbrachte Leistungen sowie für künftige Verpflichtungen zahlen. Bei europäischen Ausschreibungen wird es noch komplexer. Bestimmte Ausschlussgründe im Vergabegesetz 2012 können sogar eine sofortige Kündigung oder Auflösung des Vertrags begründen. Weitere Informationen zu diesen Verpflichtungen und Regelungen finden Sie auf PIANOo.nl.

Darüber hinaus können bestimmte Verhaltensweisen, wie beispielsweise eine Verurteilung wegen Betrugs, Gründe darstellen, für den AusschlussDies gibt der Regierung das Recht, einen laufenden Vertrag sofort zu beenden und Sie sogar von zukünftigen Verträgen auszuschließen. Stellen Sie daher stets sicher, dass Sie die genauen Bedingungen Ihres Regierungsvertrags genau kennen. Nur so können Sie Ihre finanziellen Risiken wirklich minimieren.

Häufig gestellte Fragen zur Vertragskündigung

Die Kündigung eines Vertrags ist in der Theorie einfach, doch in der Praxis stellen sich oft zahlreiche Fragen. Was passiert, wenn eine Frist versäumt wird? Reicht eine App aus? Im Folgenden gehe ich auf einige der häufigsten Probleme ein, denen ich in meiner Praxis begegne.

Was passiert, wenn ich die Kündigungsfrist versäume?

Es mag wie ein kleines Detail klingen, aber das Versäumen der Kündigungsfrist kann unangenehme Folgen haben. In den meisten Fällen führt es zu einem stillschweigende Verlängerung Ihres Vertrags. Dies bedeutet einfach, dass Ihr Vertrag fortgesetzt wird, oft für den gleichen Zeitraum wie der ursprüngliche (z. B. ein weiteres Jahr).

Sie sind dann verpflichtet, den Dienst – egal ob Abonnement oder Mietvertrag – zu bezahlen, bis Sie ihn wieder kündigen können. Dies kann zu unerwarteten und manchmal erheblichen Kosten führen, die Sie leicht hätten vermeiden können. Achten Sie daher auf diese Termine.

Ist eine mündliche Kündigung überhaupt wirksam?

Rechtlich gesehen kann eine mündliche Vereinbarung bindend sein; das Hauptproblem ist jedoch der Nachweis. In der Praxis ist es fast unmöglich zu beweisen dass Sie mündlich gekündigt haben. Bestreitet die Gegenseite dies, stehen Sie mit leeren Händen da und sind rechtlich äußerst schwach.

Halten Sie daher immer eine schriftliche Methode bereit, die einen klaren Nachweis liefert. Denken Sie an einen Versandnachweis und, noch besser, an eine Empfangsbestätigung. So vermeiden Sie endlose Diskussionen im Nachhinein.

Was funktioniert in der Praxis am besten?

  • A Einschreibebrief mit Rückschein ist die klassische und wasserdichte Methode.
  • An E-Mail in dem Sie ausdrücklich um eine Lese- und Empfangsbestätigung bitten.
  • A digitaler Einschreiben-E-Mail-Dienst kann auch helfen.

Kann ich einen befristeten Vertrag vorzeitig kündigen?

Ein Laufzeitvertrag, beispielsweise ein Jahresabonnement, wird grundsätzlich für die volle Laufzeit abgeschlossen. Abbrechen Eine vorzeitige Kündigung des Vertrages ist daher in der Regel nicht möglich.

Die einzige Ausnahme besteht, wenn der Vertrag eine spezielle Klausel enthält, die dies ausdrücklich erlaubt. Ohne eine solche „Ausstiegsklausel“ sind Sie vom Wohlwollen der Gegenpartei abhängig. Stimmt diese einer einvernehmlichen Kündigung nicht zu, bleiben Sie bis zum vereinbarten Enddatum an der Zahlungsverpflichtung hängen.

Meine Kündigung wird ignoriert, was nun?

Erhalten Sie keine Antwort? Dann warten Sie nicht zu lange. Sollten Sie nach einer angemessenen Frist, beispielsweise ein oder zwei Wochen, immer noch keine Bestätigung erhalten haben, ist es Zeit zu handeln. Senden Sie proaktiv eine Erinnerung mit deutlichem Verweis auf Ihre ursprüngliche Nachricht und das Datum des ursprünglichen Versands.

Wenn Sie beim ersten Mal eine normale E-Mail verschickt haben, ist es jetzt ratsam, schwerere Artillerie einzusetzen. Senden Sie die Benachrichtigung erneut, aber mit EinschreibenDadurch erhalten Sie eine rechtsverbindliche Quittung, die von unschätzbarem Wert ist, wenn die Situation eskaliert und Sie nachweisen müssen, dass Sie umgehend gehandelt haben.

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