Scheidung mit Kindern

Scheidung mit Kindern

Wenn Sie sich scheiden lassen, ändert sich viel in Ihrer Familie. Wenn Sie Kinder haben, werden die Auswirkungen einer Scheidung auch für sie sehr groß sein. Vor allem jüngere Kinder können es schwer haben, wenn sich ihre Eltern scheiden lassen. In allen Fällen ist es wichtig, dass das stabile häusliche Umfeld der Kinder so wenig wie möglich geschädigt wird. Es ist wichtig und sogar gesetzlich vorgeschrieben, mit den Kindern Vereinbarungen über das Familienleben nach der Scheidung zu treffen. Inwieweit dies gemeinsam mit den Kindern möglich ist, hängt natürlich vom Alter der Kinder ab. Scheidung ist auch für Kinder ein emotionaler Prozess. Kinder sind oft beiden Eltern gegenüber loyal und werden während einer Scheidung oft nicht ihre wahren Gefühle ausdrücken. Daher verdienen auch sie besondere Aufmerksamkeit.

Für kleine Kinder ist zunächst nicht ganz klar, was eine Scheidung für sie bedeutet. Wichtig ist jedoch, dass die Kinder wissen, wo sie stehen und dass sie ihre Meinung zu ihrer Lebenssituation nach der Scheidung äußern können. Natürlich sind es die Eltern, die letztendlich eine Entscheidung treffen müssen.

Scheidung mit Kindern

Erziehungsplan

Eltern, die sich scheiden lassen, sind oft gesetzlich verpflichtet, einen Erziehungsplan zu erstellen. Für verheiratete oder in einer eingetragenen Partnerschaft lebende Eltern (mit oder ohne gemeinsames Sorgerecht) sowie für zusammenlebende Eltern mit gemeinsamem Sorgerecht ist sie in jedem Fall obligatorisch. Ein Elternschaftsplan ist ein Dokument, in dem Eltern Vereinbarungen über die Ausübung ihrer Elternschaft festhalten.

In jedem Fall muss der Erziehungsplan Vereinbarungen enthalten über:

  • wie Sie die Kinder in die Erstellung des Erziehungsplans eingebunden haben;
  • wie Sie Pflege und Erziehung aufteilen (Betreuungsregelung) bzw. wie Sie mit den Kindern umgehen (Zugangsregelung);
  • wie und wie oft Sie sich gegenseitig Informationen über Ihr Kind geben;
  • wie man bei wichtigen Themen, wie der Schulwahl, gemeinsam Entscheidungen trifft;
  • die Kosten für Betreuung und Erziehung (Kindergeld).

Darüber hinaus können Eltern auch andere Termine in den Erziehungsplan aufnehmen. Zum Beispiel, was Sie als Eltern bei der Erziehung wichtig finden, bestimmte Regeln (Schlafenszeit, Hausaufgaben) oder Ansichten zur Bestrafung. Auch Kontaktvereinbarungen mit beiden Familien können in den Erziehungsplan aufgenommen werden.

Pflegeordnung oder Kontaktvereinbarung

Bestandteil des Erziehungsplans ist die Betreuungsordnung bzw. die Kontaktregelung. Eltern mit gemeinsamer elterlicher Sorge können eine Betreuungsregelung vereinbaren. Diese Regelungen enthalten Vereinbarungen über die Aufteilung der Betreuungs- und Erziehungsaufgaben durch die Eltern. Hat nur ein Elternteil das Sorgerecht, spricht man von einer Kontaktregelung. Dies bedeutet, dass der Elternteil, der keine elterliche Sorge hat, das Kind weiterhin sehen kann, dieser Elternteil jedoch nicht für die Betreuung und Erziehung des Kindes verantwortlich ist.

Erstellung eines Erziehungsplans

In der Praxis kommt es häufig vor, dass Eltern nicht in der Lage sind, gemeinsam Vereinbarungen über die Kinder zu treffen und diese dann in einem Erziehungsplan festzuhalten. Wenn Sie mit Ihrem Ex-Partner nach der Scheidung keine Vereinbarungen über die Elternschaft treffen können, können Sie unsere erfahrenen Anwälte oder Mediatoren hinzuziehen. Wir beraten Sie gerne und erstellen einen Erziehungsplan.

Elternplan anpassen

Es ist üblich, dass der Erziehungsplan nach einigen Jahren angepasst werden muss. Denn Kinder entwickeln sich ständig weiter und die sie betreffenden Situationen können sich ändern. Denken Sie zum Beispiel an die Situation, dass ein Elternteil arbeitslos wird, umzieht usw. Es kann daher sinnvoll sein, im Voraus zu vereinbaren, dass beispielsweise der Erziehungsplan alle zwei Jahre überprüft und gegebenenfalls angepasst wird.

Alimente

Sie haben Kinder mit Ihrem Partner und trennen sich? Dann bleibt Ihre Unterhaltspflicht zur Betreuung Ihrer Kinder bestehen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Sie verheiratet waren oder ausschließlich mit Ihrem Ex-Partner zusammenlebten. Jeder Elternteil ist verpflichtet, auch finanziell für seine Kinder zu sorgen. Wenn die Kinder mehr bei Ihrem Ex-Partner leben, müssen Sie zum Unterhalt der Kinder beitragen. Sie haben eine Wartungspflicht. Die Verpflichtung zur Unterstützung von Kindern wird als Kindesunterhalt bezeichnet. Der Kinderunterhalt wird fortgesetzt, bis die Kinder 21 Jahre alt sind.

Mindestbetrag des Kindesunterhalts

Der Mindestbetrag des Kindesunterhalts beträgt 25 Euro pro Kind und Monat. Dieser Betrag kann nur angewendet werden, wenn der Schuldner ein Mindesteinkommen hat.

Höchstbetrag des Kindesunterhalts

Es gibt keinen Höchstbetrag für den Kindesunterhalt. Dies hängt vom Einkommen beider Elternteile und den Bedürfnissen des Kindes ab. Der Unterhalt wird nie höher sein als dieser Bedarf.

Indexierung Kinderunterhalt

Die Höhe des Kindergeldes steigt jedes Jahr. Der Justizminister legt jedes Jahr fest, um wie viel Prozent das Kindergeld erhöht wird. In der Praxis wird dies als Unterhaltsindexierung bezeichnet. Die Indexierung ist obligatorisch. Der Unterhaltspflichtige muss diese Indexierung jedes Jahr im Januar vornehmen. Geschieht dies nicht, kann der unterhaltsberechtigte Elternteil die Differenz geltend machen. Sind Sie der Unterhaltsberechtigte und Ihr Ex-Partner weigert sich, den Unterhaltsbetrag zu indexieren? Bitte wenden Sie sich an unsere erfahrenen Anwälte für Familienrecht. Sie können Ihnen helfen, die überfällige Indexierung einzufordern. Dies ist bis zu fünf Jahren möglich.

Pflegerabatt

Wenn Sie nicht der betreuende Elternteil sind, aber eine Besuchsregelung haben, so dass die Kinder regelmäßig bei Ihnen sind, haben Sie Anspruch auf den Betreuungsrabatt. Dieser Rabatt wird vom zu zahlenden Kindesunterhalt abgezogen. Die Höhe dieses Rabatts hängt von der Besuchsregelung ab und beträgt zwischen 15 Prozent und 35 Prozent. Je mehr Kontakt Sie zu Ihrem Kind haben, desto geringer ist der zu zahlende Unterhalt. Dies liegt daran, dass Ihnen mehr Kosten entstehen, wenn die Kinder häufiger bei Ihnen sind.

Kinder über 18

Die Unterhaltspflicht für Ihre Kinder besteht bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres. Ab dem 18. Lebensjahr ist ein Kind minderjährig. Von diesem Moment an haben Sie mit Ihrem Ex-Partner in Bezug auf den Kindesunterhalt nichts mehr zu tun. Wenn Ihr Kind jedoch 18 Jahre alt ist und die Schule abbricht, ist dies ein Grund, den Kindesunterhalt einzustellen. Wenn er oder sie nicht zur Schule geht, kann er oder sie Vollzeit arbeiten und für sich selbst sorgen.

Unterhalt ändern

Grundsätzlich gelten die getroffenen Vereinbarungen zum Kindesunterhalt bis zum 21. Lebensjahr der Kinder. Ändert sich zwischenzeitlich etwas, was Ihre Zahlungsfähigkeit beeinträchtigt, kann auch der Kinderunterhalt entsprechend angepasst werden. Sie können daran denken, Ihren Job zu verlieren, mehr zu verdienen, eine andere Kontaktregelung oder wieder zu heiraten. All dies sind Gründe, den Unterhalt zu überprüfen. Unsere erfahrenen Anwälte können in solchen Situationen eine unabhängige Neuberechnung vornehmen. Eine andere Lösung besteht darin, einen Mediator hinzuzuziehen, um gemeinsam neue Vereinbarungen zu treffen. Auch hier helfen Ihnen die erfahrenen Mediatoren unserer Kanzlei.

Co-Elternschaft

Normalerweise leben Kinder nach einer Scheidung bei einem ihrer Eltern. Es kann aber auch anders sein. Entscheiden sich beide Elternteile für eine gemeinsame Elternschaft, leben die Kinder abwechselnd bei beiden Elternteilen. Co-Elternschaft liegt vor, wenn die Eltern die Betreuungs- und Erziehungsaufgaben nach der Scheidung mehr oder weniger gleichmäßig aufteilen. Die Kinder leben dann sozusagen bei ihrem Vater wie auch bei ihrer Mutter.

Gute Beratung ist wichtig

Eltern, die eine gemeinsame Elternschaft in Erwägung ziehen, sollten bedenken, dass sie regelmäßig miteinander kommunizieren müssen. Deshalb ist es wichtig, dass sie sich auch nach der Scheidung beraten können, damit die Kommunikation reibungslos verläuft.

Kinder verbringen in dieser Form der Elternschaft etwa so viel Zeit mit einem Elternteil wie mit einem anderen. Das ist für die Kinder meist sehr angenehm. Mit dieser Erziehungsform holen beide Eltern viel aus dem Alltag des Kindes mit. Das ist auch ein großer Vorteil.

Bevor Eltern mit der gemeinsamen Elternschaft beginnen können, müssen sie sich über eine Reihe praktischer und finanzieller Fragen einigen. Vereinbarungen darüber können in den Erziehungsplan aufgenommen werden.

Pflegeverteilung muss nicht genau 50/50 . sein

In der Praxis ist Co-Elternschaft oft eine nahezu gleichmäßige Verteilung der Fürsorge. Kinder sind beispielsweise drei Tage bei einem Elternteil und vier Tage bei dem anderen Elternteil. Es ist daher nicht erforderlich, dass die Verteilung der Versorgung genau 50/50 beträgt. Es ist wichtig, dass die Eltern auf die Realität achten. Somit kann auch eine 30/70-Aufteilung als Co-Elternschaft angesehen werden.

Kostenverteilung

Die Co-Elternschaft ist nicht gesetzlich geregelt. Grundsätzlich treffen die Eltern eigene Vereinbarungen darüber, welche Kosten sie teilen und welche nicht. Es kann unterschieden werden zwischen besitzen Kosten und Kosten um geteilt zu werden. Eigene Kosten sind definiert als die Kosten, die jeder Haushalt für sich selbst trägt. Beispiele sind Miete, Telefon und Lebensmittel. Zu den zu teilenden Kosten können die Kosten gehören, die einem Elternteil im Namen der Kinder entstehen. Zum Beispiel: Versicherungen, Abonnements, Beiträge oder Schulgebühren.

Gemeinsame Elternschaft und Unterhalt

Oft wird angenommen, dass bei einer gemeinsamen Elternschaft kein Unterhalt gezahlt werden muss. Dieser Gedanke ist falsch. Bei der Co-Elternschaft haben beide Elternteile etwa die gleichen Kosten für die Kinder. Verfügt ein Elternteil über ein höheres Einkommen als der andere, können sie die Kosten der Kinder leichter tragen. Von der Person mit dem höchsten Einkommen wird dann erwartet, dass sie dem anderen Elternteil noch einen Teil des Kindesunterhalts zahlt. Zu diesem Zweck kann eine Unterhaltsberechnung durch einen unserer erfahrenen Anwälte für Familienrecht durchgeführt werden. Auch dies können die Eltern gemeinsam vereinbaren. Eine andere Möglichkeit ist die Eröffnung eines Kinderkontos. Auf dieses Konto können die Eltern eine anteilige monatliche Zahlung und zum Beispiel das Kindergeld einzahlen. Anschließend können die Ausgaben für die Kinder dieses Kontos vorgenommen werden.

Sie möchten sich scheiden lassen und möchten für Ihre Kinder alles so gut wie möglich regeln? Oder haben Sie nach der Scheidung noch Probleme mit dem Kindesunterhalt oder der gemeinsamen Elternschaft? Zögern Sie nicht, die Anwälte von zu kontaktieren Law & More. Wir beraten und begleiten Sie gerne.

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