Alles zur Earn-Out-Vereinbarung

Alles zur Earn-Out-Vereinbarung

Bei einem Unternehmensverkauf gibt es viele Dinge zu beachten. Eines der wichtigsten und schwierigsten Elemente ist oft der Verkaufspreis. Verhandlungen können hier ins Stocken geraten, beispielsweise weil der Käufer nicht bereit ist, genug zu zahlen oder keine ausreichende Finanzierung erhält. Eine der Lösungen, die hierfür angeboten werden können, ist die Vereinbarung einer Earn-Out-Vereinbarung. Dabei handelt es sich um eine Vereinbarung, bei der der Käufer einen Teil des Kaufpreises erst dann zahlt, wenn innerhalb eines bestimmten Zeitraums nach dem Transaktionsdatum ein oder mehrere bestimmte Ergebnisse erzielt wurden.

Eine solche Vereinbarung scheint auch dann sinnvoll, wenn der Wert des Unternehmens schwankt und sich deshalb ein Kaufpreis nur schwer festlegen lässt. Darüber hinaus kann sie ein Mittel sein, um die Risikoverteilung der Transaktion auszugleichen. Ob die Vereinbarung einer Earn-Out-Regelung sinnvoll ist, hängt jedoch stark von den konkreten Umständen des Einzelfalls und der Ausgestaltung dieser Earn-Out-Regelung ab. In diesem Artikel erfahren Sie mehr über die Earn-Out-Regelung und worauf Sie achten sollten.

Alles zur Earn-Out-Vereinbarung

Nutzungsbedingungen

Bei einem Earn-Out-Schema wird der Preis also zum Zeitpunkt des Verkaufs selbst niedrig gehalten und wenn innerhalb einer bestimmten Zeitspanne (in der Regel 2-5 Jahre) eine Reihe von Bedingungen erfüllt werden, muss der Käufer einen Restbetrag zahlen. Diese Bedingungen können finanzieller oder nicht-finanzieller Natur sein. Finanzielle Bedingungen beinhalten die Festlegung eines finanziellen Mindestergebnisses (sogenannte Meilensteine). Nicht-finanzielle Bedingungen sind beispielsweise, dass der Verkäufer oder ein bestimmter Schlüsselmitarbeiter nach der Übertragung noch für einen bestimmten Zeitraum für das Unternehmen tätig sein wird. Man kann auch an konkrete Ziele wie den Erwerb eines bestimmten Marktanteils oder einer Lizenz denken.

Es ist sehr wichtig, dass die Bedingungen so präzise wie möglich formuliert werden (zum Beispiel in Bezug auf die Buchhaltung: die Art und Weise, wie die Ergebnisse berechnet werden). Schließlich ist dies oft Gegenstand späterer Diskussionen. Daher sieht eine Earn-Out-Vereinbarung neben den Zielen und der Frist häufig auch andere Bedingungen vor, beispielsweise wie sich der Käufer innerhalb der Frist verhalten soll, Streitbeilegungsvereinbarungen, Kontrollmechanismen, Informationspflichten und wie der Earn-Out ausgezahlt werden soll.

Engagement

Bei der Vereinbarung einer Earn-Out-Vereinbarung ist oft Vorsicht geboten. Die Visionen von Käufer und Verkäufer können erheblich voneinander abweichen. Der Käufer hat oft eine langfristigere Vision als der Verkäufer, da dieser am Ende der Laufzeit einen maximalen Earn-Out erzielen möchte. Darüber hinaus kann es zwischen Käufer und Verkäufer zu Meinungsverschiedenheiten kommen, wenn letzterer weiterhin im Unternehmen tätig ist.

Daher ist der Käufer bei einer Earn-Out-Vereinbarung grundsätzlich verpflichtet, sich zu bemühen, dass der Verkäufer diesen maximalen Earn-Out erhält. Da der Umfang dieser Verpflichtung zu Best Efforts davon abhängt, was zwischen den Parteien vereinbart wurde, ist es wichtig, diesbezüglich klare Vereinbarungen zu treffen. Wenn der Käufer seinen Bemühungen nicht nachkommt, ist es möglich, dass der Verkäufer den Käufer mit dem Schadenersatzbetrag haftbar macht, der ihm fehlt, weil der Käufer sich nicht ausreichend bemüht hat.

Vorteile und Nachteile

Wie oben beschrieben, kann eine Earn-Out-Vereinbarung einige Fallstricke bergen. Dies bedeutet jedoch nicht, dass es keinen Nutzen für beide Parteien gibt. Beispielsweise ist es für den Käufer aufgrund der Konstruktion eines niedrigen Kaufpreises mit einer anschließenden Zahlung oft einfacher, eine Finanzierung im Rahmen einer Earn-Out-Vereinbarung zu sichern. Darüber hinaus ist ein Earn-Out-Preis oft angemessen, da er den Wert des Unternehmens widerspiegelt.

Schließlich kann es schön sein, dass der ehemalige Eigentümer mit seinem Fachwissen weiterhin in das Geschäft eingebunden ist, obwohl dies auch zu Konflikten führen kann. Der größte Nachteil einer Earn-Out-Vereinbarung besteht darin, dass es im Nachhinein häufig zu Streitigkeiten über die Auslegung kommt. Darüber hinaus kann der Käufer im Rahmen seiner Mitwirkungspflicht auch Entscheidungen treffen, die sich negativ auf die Ziele auswirken. Dieser Nachteil unterstreicht umso mehr die Bedeutung einer guten vertraglichen Regelung.

Da es so wichtig ist, einen Earn-Out richtig zu arrangieren, können Sie sich jederzeit an wenden Recht & Mehr mit Ihren Fragen. Unsere Anwälte sind auf den Bereich Fusionen und Übernahmen spezialisiert und unterstützen Sie gerne. Wir unterstützen Sie bei den Verhandlungen und prüfen gerne mit Ihnen, ob eine Earn-Out-Vereinbarung eine gute Option für den Verkauf Ihres Unternehmens ist. Wenn dies der Fall ist, unterstützen wir Sie gerne dabei, Ihre Wünsche rechtlich zu gestalten. Sind Sie bereits in einen Streit über eine Earn-Out-Vereinbarung geraten? In diesem Fall unterstützen wir Sie gerne bei der Mediation oder bei der Begleitung eines eventuellen Gerichtsverfahrens.

Law & More