Kündigungsbedingungen im Arbeitsvertrag

Kündigungsbedingungen im Arbeitsvertrag

Eine der Möglichkeiten, einen Arbeitsvertrag zu beenden, ist die Eingabe einer auflösenden Bedingung. Doch unter welchen Voraussetzungen darf eine auflösende Bedingung in einen Arbeitsvertrag aufgenommen werden und wann endet der Arbeitsvertrag nach Eintritt dieser Bedingung?

Was ist eine Auflösungsbedingung? 

Bei der Gestaltung eines Arbeitsvertrages gilt für die Parteien Vertragsfreiheit. Das bedeutet, dass die Parteien selbst bestimmen können, was in der Vereinbarung enthalten ist. Beispielsweise besteht die Möglichkeit einer auflösenden Bedingung im Arbeitsvertrag.

Eine auflösende Bedingung bedeutet, dass eine Bestimmung in den Vertrag aufgenommen wird, die ein Ereignis oder eine Bedingung enthält. Wenn dieses Ereignis eintritt oder die Bedingung ausgelöst wird, endet der Arbeitsvertrag von Rechts wegen. Das bedeutet, dass der Vertrag endet, ohne dass es einer Kündigung oder Auflösung bedarf.

Wenn Sie eine Auflösungsbedingung verwenden, muss dies der Fall sein unsicher dass die Bedingung wirksam wird. Es reicht daher nicht aus, dass das Wirksamwerden der Bedingung bereits feststeht, sondern nur, dass der Zeitpunkt des Wirksamwerdens noch bestimmt wird.

In welchen Arbeitsvertrag kann eine auflösende Bedingung aufgenommen werden?

Bei einem unbefristeten Arbeitsvertrag kann eine auflösende Bedingung aufgenommen werden. Der Arbeitsvertrag besteht (ohne dass die auflösende Bedingung eintritt) auf unbestimmte Zeit fort. Erst mit Eintritt der auflösenden Bedingung endet das Arbeitsverhältnis von Rechts wegen.

Das Gleiche gilt für einen befristeten Arbeitsvertrag. In den Vertrag kann eine auflösende Bedingung aufgenommen werden. Der Arbeitsvertrag besteht wie ein regulärer Vertrag (ohne Eintragung der auflösenden Bedingung) für die Dauer des Vertrages. Erst mit Eintritt der auflösenden Bedingung endet das Arbeitsverhältnis von Rechts wegen.

Beispiele für eine auflösende Bedingung

Ein Beispiel für eine auflösende Bedingung ist die Erlangung eines Diploms. Beispielsweise kann ein Arbeitgeber verpflichtet sein, Arbeitnehmer mit einem bestimmten Abschluss einzustellen. In diesem Fall kann der Arbeitsvertrag eine auflösende Bedingung enthalten, wonach der Arbeitnehmer das Diplom innerhalb einer bestimmten Frist haben muss. Hat er das Diplom nicht innerhalb dieser Frist erworben, endet der Arbeitsvertrag von Rechts wegen.

Ein weiteres Beispiel ist der Besitz eines Führerscheins. Wird ihm der Taxiführerschein entzogen, was als auflösende Bedingung in seinen Arbeitsvertrag aufgenommen wird, endet dieser von Rechts wegen.

Ein letztes Beispiel ist die Pflicht zur Abgabe einer VOG-Erklärung. In bestimmten Positionen (z. B. Lehrer, Lehrassistenten, Krankenpfleger) ist ein Führungszeugnis gesetzlich vorgeschrieben.

In den Arbeitsvertrag kann dann aufgenommen werden, dass der Arbeitnehmer verpflichtet ist, innerhalb einer bestimmten Frist eine VOG auszustellen. Versäumt es der Mitarbeiter? Dann endet das Arbeitsverhältnis von Rechts wegen.

Was sind die Voraussetzungen für die Aufnahme einer auflösenden Bedingung?

Eine auflösende Bedingung darf nur unter bestimmten Voraussetzungen in einen Arbeitsvertrag aufgenommen werden.

  • Erstens muss der Zustand objektiv bestimmbar sein. Es muss jedem klar sein, wann die auflösende Bedingung wirksam geworden ist. Eine Sichtweise des Arbeitgebers sollte keinen Platz haben (z. B. endet der Arbeitsvertrag von Rechts wegen, wenn der Arbeitnehmer seine Leistung nicht erbringt).
  • Zweitens darf die Bedingung nicht gegen die kündigungsrechtlichen Kündigungsverbote verstoßen (zB darf die Bedingung nicht lauten: der Arbeitsvertrag endet von Gesetzes wegen im Falle einer Schwangerschaft oder Krankheit).
  • Drittens muss es ungewiss sein, dass die Bedingung eintritt. Es sollte also nicht so sein, dass eine Vermutung besteht, dass die Erkrankung eintreten wird, und nur der Zeitpunkt des Eintretens unklar ist.
  • Schließlich muss der Arbeitgeber die auflösende Bedingung unverzüglich geltend machen, sobald sie eingetreten ist. Es gilt also keine Kündigungsfrist.

Haben Sie weitere Fragen im Zusammenhang mit der auflösenden Bedingung oder allgemeine Fragen zu einer Arbeitsvertrag und möchten sich beraten lassen? Dann setzen Sie sich bitte mit uns in Verbindung. Unsere Anwälte für Arbeitsrecht helfen Ihnen gerne weiter!

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